Frauen tödlichste Herzkrankheit, Experten suchen spezielle Zentren

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die führende Todesursache bei Frauen weltweit und machen etwa ein Drittel aller Todesfälle aus.
Allerdings werden diese Erkrankungen nach einem großen internationalen Bericht oft verspätet diagnostiziert, weniger behandelt und bei weiblichen Patienten weniger untersucht.
Warum sind Frauen am stärksten gefährdet?
Experten weisen darauf hin, dass die Symptome von Herzerkrankungen bei Frauen häufig vernachlässigt werden, während empfohlene Behandlungen nicht immer auf die gleiche Weise wie bei Männern gelten. Außerdem sind Frauen weniger an klinischen Studien beteiligt, die die Standards der Behandlung definieren.
Laut Dr. Julia Grappasa, der Hauptautorin des Berichts, sind Frauen auch mit einzigartigen Risikofaktoren wie Schwangerschaftskomplikationen, frühe Wechseljahre und Autoimmunerkrankungen konfrontiert, die in der Standardmedizin oft übersehen werden.
Aufrufe für spezialisierte Zentren für Frauenherzen
Der im Europäischen Heart Journal veröffentlichte Bericht schlägt vor, europaweit spezielle Herzgesundheitszentren für Frauen einzurichten.
Diese Zentren würden fortgeschrittenere Diagnosen, spezialisierte Konsultationen und Schulungen für Patienten anbieten, während die Grundbehandlung weiterhin von Familienärzten und allgemeinen kardiologischen Kliniken angeboten werden würde.
Experten weisen darauf hin, dass Patienten in Fällen von Brustschmerzen, Herzinfarkten oder Blutflussproblemen, die nicht durch Standardtests erklärt werden, auf diese Zentren verweisen sollten.
Universität und Menopause als Risikofaktoren
Studien zeigen, dass Schwangerschaftskomplikationen wie Preeklampsie, Frühgeburten und Schwangerschaftsdiabetes das Risiko für Herzerkrankungen Jahrzehnte später signifikant erhöhen.
Andererseits steigt nach den Wechseljahren das Risiko von Herzinfarkten auf Frauen dramatisch und wird mehrmals höher als im jüngeren Alter.
Frauen in der Post - Wechseljahre sind auch eher zu Herzfrequenzstörungen, wie Luft-Flimmern entwickeln, die das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkt erhöht.
Von neuen Zentren profitieren
Erfahrungen in Ländern wie Kanada, den USA und mehreren europäischen Staaten zeigen, dass spezialisierte Zentren für Frauenherzen die Diagnose und Behandlung deutlich verbessert haben.
In einigen Fällen haben mehr als 70% der Patienten mit unerklärlichen Symptomen eine genaue Diagnose erhalten, während nach einem Jahr eine Behandlung beobachtet wurde, die Brustschmerzen senkt und die Lebensqualität verbessert.
Bedarf an größerem Bewusstsein
Experten weisen darauf hin, dass neben der Schaffung neuer Zentren, es wichtig ist, dass Ärzte mehr Wissen über die Besonderheiten der Herzerkrankungen bei Frauen haben.
Vorherige Studien haben gezeigt, dass Frauen die Suche nach medizinischer Hilfe oft verzögern und in Krankenhäusern länger warten als Männer mit ähnlichen Symptomen.
Im Vereinigten Königreich wird eine Frau alle 16 Minuten wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus gebracht und betont die dringende Notwendigkeit einer besseren Gesundheitsversorgung.












