Kann Albanien Angela Merkel als Kanzlerin retten?

Niemand bestätigt die im Umlauf befindlichen Worte: Albanien könnte ein Schlüsselland für die vorübergehende Aufnahme von Flüchtlingen in Europa werden, aber nicht in der EU. Eine goldene Lösung für Merkel und die EU. Es ist nur eine These, nichts mehr: Albanien als Ort für vorübergehende Flüchtlingswohnungen. Präsident von [...]
Niemand bestätigt die im Umlauf befindlichen Worte: Albanien könnte ein Schlüsselland für die vorübergehende Aufnahme von Flüchtlingen in Europa werden, aber nicht in der EU. Eine goldene Lösung für Merkel und die EU.
Es ist nur eine These, nichts mehr: Albanien als Ort für vorübergehende Flüchtlingswohnungen. Der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz haben die Idee ins Leben gerufen, Asylsuchendezentren in Europa, aber außerhalb der EU zu schaffen.
Regierungssprecher in Wien Peter Launchsky-Tieffenthal bestätigte dem DW inzwischen, dass es Gespräche über die Einrichtung eines solchen Zentrums wie Albanien gibt. Und Andrew Fuga, Direktor für Beziehungen zur Öffentlichkeit und Berater des albanischen Premierministers, sagte DW per E-Mail, dass es weder Nachfrage noch Diskussion zu diesem Thema gibt. Die Opposition in Albanien interpretiert sie anders. Sie wirft der Regierung vor, eine beschleunigte EU-Mitgliedschaft im Austausch für Flüchtlingszentren zu erreichen. Und so könnte es passieren:
Gegenwärtige Lage
Auf der Balkanroute gibt es weiterhin Bewegung durch Landstraßen. Flüchtlinge kommen vor allem durch das Mittelmeer, aber inzwischen sind Italien, Malta oder Griechenland nicht mehr bereit, Menschen en masse zu akzeptieren. Während die EU-Länder - einschließlich Deutschland - Asylsuchende zurückkehren wollen. Was hat das mit Albanien zu tun?
Warum Albanien?
Das kleine Balkanland liegt entlang der Flüchtlingsroute und auch im Mittelmeer, wo die meisten Flüchtlinge mit dem Schiff fliegen. Der Hafen von Durres verfügt über ausreichende Kapazitäten für die Landung großer Flüchtlingsquoten. Von den Schiffen, die von Frontex-Flüchtlingen evakuiert werden, könnten auf albanischem Boden eingesetzt werden, um sich zu registrieren. Dann können diejenigen, die nicht bestätigt werden, dass sie wirklich Gründe für Asyl haben, direkt in ihre Heimatländer zurückkehren. Diejenigen, die Schutz benötigen und möglicherweise Zugang zu Asyl haben, können zwar an EU-Länder verteilt werden.
Was für EU-Länder attraktiv ist: Albanien ist nicht Teil der EU. Dort sind EU-Vorschriften wie das Schengener Abkommen oder das Dubliner Abkommen nicht in Kraft. Albanien ist jedoch NATO-Mitglied und somit im Sicherheitsbündnis der westlichen Staaten verankert. Derzeit wird in Albanien ein NATO-Antiterrorismuszentrum errichtet. Hinzu kommt die günstige geographische Lage, die Albaniens Norden von hohen Bergen umgeben ist, was eine natürliche Curif-Sicherheit schafft.
Ist Albanien vorbereitet?
Albanien hat große Erfahrung mit der Unterbringung und Behandlung von Flüchtlingen. 1999/1998 beschützte das Land fast eine Million Kosovaren.
Und als Folge der Flüchtlingskrise 2015 in Albanien wurden beträchtliche Kapazitäten für die Aufnahme von Migranten geschaffen. Diese Kapazitäten wurden bisher praktisch nicht genutzt. Albaniens Medien haben eine Kapazität von mehreren Tausenden.
Sprecher U n NHCR für Südosteuropa Neven Crvenkovic sagte DW, Albanien habe seine bestehende Kapazität seit 2017 verdoppelt. Der Innenminister Albaniens, Fatmir Xhafaj, hat in diesen Tagen Gespräche mit Kollegen in europäischen Hauptstädten geführt. Am Donnerstag war er in Berlin, und einer der Themengespräche war auch Migration.
Warum sollte das für Europa gehen?
Im Gegensatz zu Libyen ist Albanien ein sicheres Land in Europa und in der Nähe der EU-Tore. Außerdem will Albanien EU-Mitglied werden und ist daher bereit, die EU-Standards, wie beispielsweise die Menschenrechte, zu respektieren. UNHCR bestätigt, dass Albanien Flüchtlinge gut im Land behandelt.
All diese Punkte, die Libyen, das ebenfalls diskutiert wird, nicht trifft. Und vor allem kann die EU dort nicht als Regulierungsmacht agieren, denn Libyen ist ein Staat ohne Struktur und Führung.
Was würde Angela Merkel davon gewinnen?
Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte bei seinem jüngsten Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler, dass er die Idee von Migrationszentren außerhalb der EU unterstütze. Der deutsche Regierungssprecher Stephen Seibert hingegen wollte wegen des Sondergipfels der EU am Sonntag in Brüssel keinen Mittwoch kommentieren.
Ein mögliches Abkommen mit Albanien hätte auch eine enorme Bedeutung für die Entkomponierung heimischer deutscher Unterschiede: Albanien würde eine Resolution “humane” anbieten. Und Seehofer-Sicherheitsanforderungen: Verfahren, die unter Aufsicht der EU kontrolliert werden, aber außerhalb der EU, wären möglich. Horst Seehofer kann sich freuen und es als Erfolg für den bayerischen Wahlkampf verkaufen. Die Regierungskrise würde tatsächlich enden.
“Albanische Resolution” kann auch für Albanien nützlich sein: Die sozialistische Regierung in Tirana steht unter Druck konservativer Kreise, insbesondere der CDU. Die Empfehlung für den EU-Gipfel zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien wurde aufgrund von Bedenken im Zusammenhang mit der Rechtsstaatlichkeit in Frage gestellt. Albanien kann grünes Licht für die Gespräche im Austausch für das Flüchtlingsabkommen fordern. Die EU-Länder würden Albanien für eine solche Lösung der Migrationskrise danken.
Eine goldene Lösung ganz nach dem Balkan Sprichwort <x0mish gebacken, Heli nicht brennen”. Denn mit einer albanischen Lösung könnte jeder glücklich sein: Die EU, Albanien, Angela Merkel und Horst Seehofer.












