Flughafenalarm: Neues EU-System verursacht massive Verzögerungen

Das neue EU-Kontrollsystem bringt Probleme auf Flughäfen direkt in der Urlaubssaison. Die Folgen sind klar: lange Linien in Grenzkontrollen, Verzögerungen und Passagiere, die ihre Flüge verlieren.
Das neue EU-Grenzsystem, es ist ein Problem auf den Flughäfen. Um die Kontrolle über die Außengrenzen zu stärken, hat Brüssel ein neues digitales Verfahren zur Aufzeichnung der Einreise und Ausreise von Nicht-EU-Bürgern eingeführt. Seit dem vollständigen Inkrafttreten im April müssen Bürger von Ländern außerhalb der EU biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsscans erfassen, wann immer sie in die EU ein- oder aussteigen. Flughäfen und Fluggesellschaften nehmen jetzt zunehmend Druck auf Brüssel zu, denn das neue System Entry/Exit (EES) bereitet an Grenzpunkten erhebliche Probleme bei Verspätungen und Fluggäste, die ihre Flüge verlieren.
Das digitale Verfahren zielt darauf ab, traditionelle Stempel auf Pässe zu ersetzen und die Grenzsicherheit zu erhöhen. In der Praxis hat das System jedoch lange Linien in die Grenzkontrollen gebracht.
Während der Urlaubszeit erforderliche vorübergehende Aussetzung
Flughäfen und Fluggesellschaften warnen, dass sich die Lage in der Sommersaison noch weiter verschlechtern könnte. Nach Angaben von Vertretern der Flugindustrie können die Erwartungen in Spitzenzeiten Stunden dauern. Air-Unternehmen wie Ryanair kritisieren das System und argumentieren, es sei noch nicht für den großen Passagierfluss vorbereitet. Sie verlangen, dass die Umsetzung der EBS im Falle einer Flughafenüberlastung vorübergehend ausgesetzt wird. Inzwischen hat der Generaldirektor der Fluggesellschaft, iasyJet, die langen Linien an den Grenzpunkten als “völlig inakzeptabel” beschrieben.
Da die Europäische Kommission weiterhin die Vorteile des Sicherheitssystems schützt und seine Umsetzung unterstützt, steigt die Forderung nach vorübergehender Aussetzung des EES über Monate mit der höchsten Zahl von Reisenden. Neun europäische Staaten verlangen nun eine Verlängerung der vorübergehenden Ausnahmen, da die Europäische Union noch nicht bereit ist, eine neue elektronische Kontrolle der Einreise und Ausreise durchzuführen. In einem gemeinsamen Schreiben verlangen Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Malta, die Niederlande, Portugal und die Schweiz, dass die Dringlichkeitsvorschriften auch nach dem 6. September in Kraft bleiben. Bei der Unterstützung des Ziels des neuen EES zur Stärkung der Grenzsicherheit erfordern die Minister der jeweiligen Länder mehr Flexibilität bei der Umsetzung. Sie bestehen darauf, dass die Dringlichkeitsmaßnahmen und die Möglichkeit einer vorübergehenden Aussetzung der Kontrollen über die derzeitige Frist hinaus fortgesetzt werden, um Chaos auf Flughäfen und Verspätungen für Reisende zu vermeiden. / DW











